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Landwirtschaft und ländliche Gebiete sind in der Woiwodschaft
Schlesien ein wichtiges Element der Wirtschaft.
Die landwirtschaftliche Nutzfläche stellt rund 50,5 % der Gesamtfläche
in der Woiwodschaft dar. Zum Vergleich: In Polen beträgt diese Fläche
landesweit 59 Prozent.
Auf 621.000 ha gibt es etwa 111.000 landwirtschaftliche Anwesen, wovon
80 % kleine Landwirtschaften sind, deren Fläche 5 ha nicht überschreiten.
Die Boden- und Naturbedingungen sind in der Woiwodschaft Schlesien für
die landwirtschaftliche Produktion sehr differenziert. Im Kreis Zywiec
herrschen unter diesem Gesichtspunkt die schlechtesten Bedingungen, in
den Kreisen Zawiercie, Klobuck, Bedzin, Myszkow und Czestochowa ist die
Lage higegen etwas besser. Durchschnittliche bis gute Bedingungen findet
man in den Landkreisen Gliwice, Tychy, Tarnowskie Gory, Mikolow, Lubliniec,
Rybnik und Cieszyn vor. Die entschieden besten Bedingungen herrschen -
was Boden und natürliche Verhältnisse angehen - im Kreis Ratibor.
Die Zersplitterung der landwirtschaftlichen Nutzfläche ist das größte
Hindernis bei der Erreichung einer effektiven landwirtschaftlichen Produktivität
und gleichzeitig einer konkurrenzfähigen Situation. Bei der Aussaat ist
seit einigen Jahren einew ungünstige Tendenz dahingehend zu beobachten,
daß sich die Fläche des Getreideanbaus vergrößert - derzeit 54 % - und
der Anbau von Pflanzen zu industriellen Zwecken, hierunter auch Saatgutanbau
- zurückgeht. Gleichzeitig ist ein ständiger Zuwachs unbebauter Flächen
zu beobachten.
In der Woiwodschaft Schlesien entfallen auf 100 ha Land 37 Stück Vieh
und 66 Stück Schwein, was dem Durchschnittswert in Polen sehr nahe kommt
(Polen - Vieh: 39, Schweine: 97).
In den ländlichen Gebieten der Woiwodschaft Schlesien leben 1,9 Mio.
Menschen, d.h. rund 40 % der dortigen Gesamtbevölkerung. Hierbei ist jedoch
seit einigen Jahren eine positive Tendenz hin zur Landflucht zu beobachten.
Unter den in ländlichen Gebieten lebenden Einwohnern sind 39 % im erwerbsfähigen
Alter. Man schätzt, daß 338.00 Personen über dem 15. Lebensjahr in unterschiedlich
starker Ausprägung von der Landwirtschaft lebt, wobei etwa 49.000 Personen
ausschließlich aus den Erträgen einer eigenen Landwirtschaft lebt. Das
bedeutet, daß etwas mehr als 20 % der Berufstätigen
in der Landwirtschaft arbeitet. Im europäischen Vergleich ist das nicht
unbedingt günstig, da dies negativen Einfluss auf die Effektivität der
landwirtschaftlichen Produktion hat.
Aus diesen Gründen ist die Verbesserung dieser Effektivität eines der
Hauptziele der Landwirtschaftsstrategie für die ländlichen Gebiete.
Eine Verringerung der Beschäftigung in der Landwirtschaft muß in großem
Umfang mit strukturellen Änderungen in der Landwirtschaft einhergehen,
dies hauptsächlich durch die Konzentration der Herstellung auf eine kleinere
Anzahl größerer Produktionseinheiten aber auch über die Schaffung von
Möglichkeiten für die Menschen, außerhalb der Landwirtschaft eine Beschäftigung
zu finden.
Eine gewisse Möglichkeit stellt hier die Agro-Touristik dar sowie die
dynamische Entwicklung von Dienstleistungen im Rahmen der landwirtschaftlichen
Produktion, aber auch hoch spezialisierte Dienstleistungen anderer Art
(Beratung im Bereich Produktion, Steuern oder Recht). Eine unabdingbare
Vorraussetzung für solche Änderungen ist die Verbesserung der technischen
und sozialen Infrastruktur auf dem Lande.
Das derzeit aktuellste Problem ist die Entsorgung von Abwasser und dessen
Reinigung. Große Aufwendungen erfordert auch das Verkehrswesen und die
Infrastruktur im Schulwesen. Diese Aufgabe sind eine große Herausforderung
für die Gemeinden und die ansässige Bevölkerung. Für ihre Umsetzung werden
Mittel aus den Programmen SAPARD und PHARE 2000 eine große Hilfe darstellen.
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